
Foto von Thomas Sankara. Urheber: Sam Manuel / The Militant (30. Oktober 1987). Verfügbar via Wikimedia Commons
Thomas Sankara –
eine große Inspiration
Thomas Sankara (1949–1987) war von 1983 bis 1987 Präsident des westafrikanischen Staates Burkina Faso. Obwohl seine Regierungszeit nur vier Jahre dauerte, gilt er bis heute als einer der einflussreichsten afrikanischen Reformpolitiker des 20. Jahrhunderts. Seine Politik war geprägt von sozialer Gerechtigkeit, wirtschaftlicher Eigenständigkeit, Korruptionsbekämpfung und dem Versuch, die Bevölkerung unmittelbar in den Aufbau des Landes einzubeziehen.
Für die GSIP stellt Thomas Sankara keine politische Autorität dar, sondern eine wichtige historische Inspiration. Viele seiner Reformen zeigen, dass gesellschaftlicher Wandel möglich ist. Gleichzeitig unterscheiden sich die institutionellen Grundlagen der GSIP grundlegend von seinem politischen System.
Kampf gegen Korruption und politische Privilegien
Eines der ersten Ziele Sankaras war die Bekämpfung staatlicher Korruption.
Er reduzierte die Gehälter von Ministern und hohen Beamten erheblich, verkaufte einen Großteil der luxuriösen Staatsfahrzeuge und ersetzte sie durch deutlich günstigere Fahrzeuge. Regierungsmitglieder sollten nach seinem Verständnis keine privilegierte Elite sein, sondern Vorbilder für Bescheidenheit und öffentliche Verantwortung.
Auch persönliche Bereicherung durch politische Ämter sollte konsequent unterbunden werden.
Die Regierung sollte sichtbar denselben Lebensstandard akzeptieren wie die Bevölkerung.
GSIP-Einordnung
Die GSIP teilt die Auffassung, dass politische Sonderprivilegien das Vertrauen der Bevölkerung zerstören.
Allerdings geht die GSIP einen Schritt weiter:
Nicht Politiker sollen bescheiden leben.
Sondern eine politische Klasse soll gar nicht mehr existieren.
Alphabetisierung und Bildung
Vor Sankaras Amtszeit war die Alphabetisierungsrate Burkina Fasos sehr niedrig.
Unter seiner Regierung wurden landesweite Alphabetisierungskampagnen gestartet.
Neue Schulen wurden gebaut.
Lehrer wurden ausgebildet.
Auch Erwachsene sollten Lesen und Schreiben lernen.
Bildung wurde als Voraussetzung angesehen, damit Menschen selbstständig denken und Verantwortung übernehmen können.
GSIP-Einordnung
Die GSIP betrachtet Bildung ebenfalls als Grundlage jeder Demokratie.
Der Unterschied besteht darin, dass Bildung im GSIP nicht nur Wissen vermittelt, sondern Bürger ausdrücklich dazu befähigen soll, selbst politische Entscheidungen zu treffen.
Gesundheitsversorgung und Impfkampagnen
Eine der bekanntesten Leistungen Sankaras war eine groß angelegte Impfkampagne gegen Kinderkrankheiten.
Innerhalb kurzer Zeit wurden Millionen Kinder gegen Krankheiten wie:
Masern
Meningitis
Gelbfieber
geimpft.
Internationale Organisationen bewerteten diese Kampagne als außergewöhnlich erfolgreich.
Sie führte zu einem deutlichen Rückgang vermeidbarer Kindersterblichkeit.
GSIP-Einordnung
Auch im GSIP besitzt Prävention Vorrang vor späterer Behandlung.
Gesundheit wird nicht als Markt verstanden, sondern als gesellschaftliche Grundversorgung.
Frauenrechte
Thomas Sankara gehörte zu den ersten afrikanischen Staatsführern, die Frauenrechte offensiv förderten.
Er setzte sich unter anderem ein für:
Frauen in Regierungsämtern
gleichen Zugang zu Bildung
wirtschaftliche Eigenständigkeit
Bekämpfung von Zwangsehen
Bekämpfung weiblicher Genitalverstümmelung
Einschränkung polygamer Strukturen
Er erklärte öffentlich:
„Die Revolution und die Befreiung der Frauen gehen Hand in Hand.“
GSIP-Einordnung
Die GSIP betrachtet die vollständige Gleichberechtigung aller Menschen als Grundvoraussetzung einer funktionierenden Gesellschaft.
Landwirtschaftliche Selbstversorgung
Sankara wollte die Abhängigkeit Burkina Fasos von Lebensmittelimporten reduzieren.
Dazu wurden:
Bewässerungssysteme ausgebaut,
landwirtschaftliche Kooperationen gefördert,
brachliegende Flächen genutzt,
lokale Produktion gestärkt.
Innerhalb weniger Jahre stieg die Getreideproduktion erheblich.
Das Land näherte sich zeitweise der Selbstversorgung.
GSIP-Einordnung
Auch die GSIP verfolgt das Ziel regionaler Versorgung.
Lebensmittel sollen möglichst wohnortnah produziert werden.
Dadurch sinken Transportwege, Umweltbelastung und wirtschaftliche Abhängigkeiten.
Umweltpolitik
Schon Mitte der 1980er Jahre warnte Sankara vor Bodenerosion und Desertifikation.
Er initiierte umfangreiche Aufforstungsprogramme.
Hunderttausende Bäume wurden gepflanzt.
Der Schutz natürlicher Ressourcen wurde als nationale Aufgabe verstanden.
GSIP-Einordnung
Die GSIP verfolgt diesen Gedanken konsequent weiter.
Umweltschutz ist keine einzelne politische Aufgabe, sondern Bestandteil nahezu jeder Form der Bürgerarbeit.
Wirtschaftliche Unabhängigkeit
Sankara kritisierte die starke Verschuldung vieler afrikanischer Staaten.
Er warnte davor, dass dauerhafte Kreditabhängigkeit politische Freiheit gefährde.
Er setzte auf:
regionale Produktion,
Eigenversorgung,
geringe Importabhängigkeit,
lokale Wertschöpfung.
GSIP-Einordnung
Auch die GSIP möchte wirtschaftliche Abhängigkeiten reduzieren.
Allerdings nicht durch staatliche Zentralisierung, sondern durch eine verbürgerlichte Wirtschaft, in der Produktionsmittel allen Bürgern gemeinsam gehören.
Kritische Bewertung
Trotz vieler Reformen weist Sankaras Regierungszeit aus Sicht der GSIP erhebliche Schwächen auf.
Politische Macht blieb stark zentralisiert.
Oppositionelle Gruppen und unabhängige Gewerkschaften gerieten teilweise unter Druck.
Demokratische Beteiligungsmöglichkeiten waren begrenzt.
Viele Reformen hingen unmittelbar von der Persönlichkeit Sankaras ab.
Damit fehlten stabile demokratische Institutionen, die unabhängig von einzelnen Führungspersonen funktionieren konnten.
Der entscheidende Unterschied zur GSIP
Thomas Sankara wollte das Land durch eine entschlossene Regierung verändern.
Die GSIP verfolgt ein grundsätzlich anderes Modell.
Nicht ein außergewöhnlicher Präsident soll die Gesellschaft gestalten.
Sondern jeder Bürger.
Durch:
BürgerApp,
direkte Demokratie,
transparente Argumentation,
verkürzte Arbeitszeiten,
Bürgerarbeit,
Rotationsprinzip,
öffentliche Kontrolle
entsteht keine politische Elite mehr.
Die Gesellschaft selbst übernimmt dauerhaft die Aufgaben, die in vielen Staaten einzelnen Politikern übertragen werden.
Warum Thomas Sankara die GSIP inspiriert
Thomas Sankara ist für die GSIP nicht deshalb bedeutsam, weil wir seine Politik vollständig übernehmen möchten.
Er ist bedeutsam, weil er etwas Grundsätzliches zeigt:
Der Mensch ist zu außergewöhnlicher Verantwortung fähig.
Sankara verzichtete auf persönlichen Luxus, reduzierte die Privilegien seiner eigenen Regierung, investierte in Bildung, Gesundheitsversorgung und Landwirtschaft und stellte das Gemeinwohl über den eigenen Vorteil.
Damit widerlegte er die häufig vertretene Annahme, politische Macht führe zwangsläufig zu Egoismus, Korruption oder persönlicher Bereicherung.
Er zeigt, dass Menschen nicht ausschließlich durch Eigennutz handeln müssen.
Sie können sich bewusst für Verantwortung, Bescheidenheit und das Wohl anderer entscheiden.
Für die GSIP ist dies ein wichtiger Gedanke.
Nicht, weil Thomas Sankara perfekt gewesen wäre.
Nicht, weil seine Regierungsform unser Ziel wäre.
Sondern weil seine Biografie zeigt, dass Gemeinwohlorientierung keine naive Utopie sein muss.
Wenn ein einzelner Mensch bereit ist, so viel Verantwortung für andere zu übernehmen, warum sollte eine ganze Gesellschaft nicht dazu fähig sein?
Die GSIP geht deshalb einen Schritt weiter.
Wir möchten nicht einen außergewöhnlich guten Politiker hervorbringen.
Wir möchten Bedingungen schaffen, unter denen möglichst viele Menschen Verantwortung übernehmen können.
Nicht der einzelne Held soll die Gesellschaft tragen.
Die Gesellschaft selbst soll lernen, gut zu handeln.
Buchempfehlungen / Quellen
Ernest Harsch: Thomas Sankara: An African Revolutionary. Ohio University Press, 2014.
Bruno Jaffré: Thomas Sankara: La patrie ou la mort. L’Harmattan, mehrere Auflagen.
Bruno Jaffré (Hrsg.): Thomas Sankara Speaks: The Burkina Faso Revolution 1983–87. Pathfinder Press, 2007.
Thomas Sankara: Women’s Liberation and the African Freedom Struggle. Pathfinder Press.
Pierre Englebert: Burkina Faso: Unsteady Statehood in West Africa. Westview Press.
Robin Hallett: Africa Since 1875. University of Michigan Press (zum historischen Kontext Burkina Fasos).
Häufig gestellte Fragen
Wir möchten, dass du nicht nur Fragen stellst – sondern echte Antworten bekommst. Unsere Politik basiert auf Ehrlichkeit, Transparenz und direkter Beteiligung. Wenn dich etwas bewegt, findest du hier Antworten – und wenn nicht: Stelle selbst die richtige Frage.
Was ist GSIP eingetlich?
GSIP steht für Gutseinimmer Partei. Wir glauben, dass gute Politik nicht nur möglich, sondern notwendig ist – mit Transparenz, Beteiligung und radikal neuen Ideen.
Was bedeutet „Bürgerarbeit“?
Jeder Mensch leistet wöchentlich einen kleinen Beitrag für das Gemeinwohl – z. B. in Kindergärten, Pflegeeinrichtungen, Grünflächen oder Verwaltung. Es ersetzt Sozialhilfe durch direkte Teilhabe.
Gibt es bei euch auch klassische Parteistrukturen?
Wir brechen mit alten Machtmustern. Es gibt keine Pyramide, sondern Kreislauf und Rotation. Kompetenz entscheidet, nicht Karrierepolitik.
Was passiert, wenn ich einmal nicht aktiv bin?
Kein Problem. Aber bei dauerhafter Passivität wirst du erinnert – denn Mitbestimmung lebt von Beteiligung. Demokratie ist kein Sofa, sondern ein Werkzeug.
Wird das Ganze nicht schnell chaotisch, wenn alle mitmachen?
Nein – weil wir klare Strukturen, Echtzeit-Dokumentation und Moderation haben. Beteiligung ersetzt nicht Ordnung, sondern macht sie menschlicher und schlauer.
Wie geht ihr mit extremen Meinungen um?
Wir setzen auf Argumente, nicht auf Lautstärke. Wer überzeugen kann, wird gehört. Wer nur stört, fliegt raus. Einfach.
Was ist der Unterschied zwischen Bürgerarbeit und Zwangsarbeit?
Bürgerarbeit ist sinnvolle Mitverantwortung – für ein System, von dem du selbst profitierst. Keine Ausbeutung, sondern Teilhabe für alle. Und: 3 Stunden pro Woche kann jeder leisten.
Warum wirkt das alles so radikal?
Weil es das ist – aber logisch. Wir bauen keine Illusionen mehr. Wir bauen Lösungen. Radikal heißt: an der Wurzel. Und genau da setzen wir an.
Was, wenn ich mit einem Punkt eures Programms nicht einverstanden bin?
Dann sag es. Konstruktiv. Wir sind eine lernende Bewegung – keine Sekte. Jeder gute Gegenbeweis kann zur Verbesserung führen. Wahrheit gewinnt.
Was ist das Ziel der GSIP?
Unser Ziel ist eine funktionierende Gesellschaft: gerecht, nachhaltig und aktiv mitgestaltet von allen Bürgerinnen und Bürgern.
Wer kann Mitglied werden?
Jede*r mit einem sauberen erweiterten Führungszeugnis und dem Willen, diese Welt zum Besseren zu verändern. Es braucht keine Ausbildung – nur Haltung.
Wie hoch ist der Mitgliedsbeitrag?
15 Euro im Monat – und das vollständig transparent. Du weißt, was mit deinem Geld passiert – jeder Euro wird dokumentiert.
Was bekomme ich als Mitglied?
Mitgestaltung. Einfluss. Zugang zur BürgerApp, Teilnahme an Abstimmungen, echte Mitsprache in der Entwicklung unserer Projekte – und die Chance, Teil einer echten Bewegung zu sein.
Warum braucht ihr ein erweitertes Führungszeugnis?
Weil Vertrauen unser Fundament ist. Wer mitarbeitet, muss integer sein – nicht perfekt, aber klar ausgerichtet auf das Gemeinwohl.
Was macht ihr anders als andere Parteien?
Wir arbeiten öffentlich sichtbar. Unsere Politiker sitzen nicht im Hinterzimmer, sondern im Café – mit Laptop und offenen Ohren. Entscheidungen entstehen mit den Bürgern, nicht über sie hinweg. Der Bürger ist der Staat und der Staat ist der Bürger



